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Fragen und Antworten zum Thema Darmkrebs

 

1. Welche Symptome können bei Darmkrebs auftreten?

Das Tückische ist, dass Darmkrebs im Frühstadium keinerlei Beschwerden hervorruft. Erst wenn der Tumor eine gewisse Größe erreicht hat, treten Stuhlunregelmäßigkeiten auf. Blut im Stuhl, ein ständiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, ein Gewichtsverlust und eine Blutarmut sind Alarmzeichen, die eine Darmspiegelung dringend erforderlich machen.

2. Spielt die Ernährung eine Rolle bei der Entstehung von Dickdarmkrebs?

Eine ballaststoffarme Ernährung mit hohem Fett- und Fleischanteil begünstigt die Entstehung von Darmkrebs. Mit einer vitamin- und ballaststoffreichen Ernährung mit viel Obst und Gemüse können man sich schützen. Sport und eine ausreichende körperliche Bewegung wirken sich ebenfalls günstig aus.

3. Wie entsteht Darmkrebs?

Darmkrebs entsteht zu über 90 % aus kleinen warzenartigen Schleimhautwucherungen, den so genannten Polypen. Diese Vorstufen sind zunächst harmlos und gutartig, sie wachsen sehr langsam und sind lediglich auf die Darmschleimhaut beschränkt. Ab einer gewissen Größe wird das Wachstum jedoch  unkontrolliert, sie entwickeln sich zum bösartigen Darmkrebs.

Die Zeit, die vergeht, bis aus einem harmlosen Polypen Darmkrebs entsteht, beträgt etwa 10-15 Jahre. Die Vorstufen des Darmkrebs’ sind also bereits viele Jahre vorher zu erkennen und können im Rahmen einer Darmspiegelung leicht und vollständig entfernt werden.

4. Ist die Darmspiegelung schmerzhaft?

Die Untersuchung hat sich mit den heute zur Verfügung stehenden flexiblen und dünnen Endoskopen und der Möglichkeit einer leichten Beruhigungsspritze oder auch einer leichten Narkose zu einer kaum belastenden und schmerzfreien Untersuchung entwickelt. Selbst wenige Millimeter große Polypen können erkannt und unmittelbar entfernt werden. Die Abtragung ist völlig schmerzfrei und fast immer ambulant möglich. Lediglich bei großen Polypen besteht ein gewisses Komplikationsrisiko bei der Abtragung, sodass die Abtragung großer Polypen unter stationären Bedingungen erfolgen sollte.

5. Ist Darmkrebs vererbbar?

Das Darmkrebsrisiko ist in manchen Familien deutlich erhöht und kann an die nächste Generation vererbt werden. In diesen Fällen muss die Vorsorge schon früher beginnen und engmaschiger erfolgen, um Darmkrebsvorstufen rechtzeitig entfernen zu können. In der Mehrzahl der Erkrankungen lassen sich genetische Faktoren jedoch nicht nachweisen. Eine unauffällige Familienvorgeschichte schützt also nicht vor einer Darmkrebserkrankung.

6. Wo melde ich mich für eine Vorsorgeuntersuchung an?

Jeder Versicherte hat ab dem 55. Lebensjahr einen Anspruch auf eine Vorsorgespiegelung des Dickdarms, in Risikofamilien bereits früher. Mit einer Überweisung des Hausarztes kann die Untersuchung ambulant bei einem ermächtigten Facharzt durchgeführt werden.

7. Wie sieht die Behandlung aus?

Bis auf wenige Ausnahmen besteht die einzig sinnvolle Behandlung des Patienten mit Dickdarmkrebs in einer Operation mit Entfernung des betroffenen Darmabschnittes und aller benachbarter Lymphknoten. Abhängig vom Tumorstadium kann eine Vor- oder Nachbehandlung mit Medikamenten oder Röntgenstrahlen sinnvoll sein. Hierfür gelten international gültige Leitlinien. Diese werden in der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz für die Empfehlungen zu Grunde gelegt, die für jeden Patienten individuell die optimale Behandlung planen.

8. Endet jede Operation mit einem künstlichen Darmausgang?

Wenn der Tumor den Schließmuskel befallen hat und dieser nicht mehr erhalten werden kann, muss ein bleibender Darmausgang angelegt werden. Dies ist heute nur noch in seltenen Ausnahmefällen erforderlich. Vorübergehende künstliche Darmausgänge werden bei schweren Entzündungen für sechs bis zwölf Monate oder bei sehr schwierigen Darmnähten für sechs Wochen angelegt. Nach Abheilung der eigentlichen Darmnaht kann der künstliche Darmausgang dann zurückverlegt werden. Im Vergleich zur eigentlichen Operation ist dieser Eingriff verhältnismäßig unproblematisch.

9. Muss bei Darmoperationen immer ein großer Bauchschnitt erfolgen?

Die moderne Chirurgie ermöglicht auch Darmoperationen bei gut- oder bösartigen Erkrankungen mit minimal-invasiver Technik, das heißt mit einigen kleinen Schnitten, die eine rasche Heilung und weniger Wundkomplikationen zur Folge haben. Dies kann nur im Einzelfall entschieden werden. Ein Chirurg kann diese Beratung durchführen.

10. Was nützt dem Patienten das Darmzentrum?

Jeder Patient kann sicher sein, dass seine Behandlung entsprechend den aktuellen, international gültigen Leitlinien erfolgt. Jede Behandlung wird vor Beginn in der Tumorkonferenz mit allen beteiligten Spezialisten abgestimmt. Alle Ärzte, die an der Behandlung beteiligt sind, haben durch eine zentrale Sammlung aller Befunde jederzeit Zugriff zu allen Informationen. Hierdurch können Wiederholungsuntersuchungen und Zeitverlust vermieden werden.