Therapieformen

Die erste Anlaufstelle bei Adipositas ist die Sprechstunde. Dort beraten wir Sie ausführlich zu den konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten im EVK und erstellen mit Ihnen ein auf Ihre Situation und Bedürfnisse abgestimmtes Behandlungskonzept.

Entscheidungsgrundlage für die Behandlung

Welche Therapie ist für mich die Richtige?

Natürlich möchten Sie wissen, welche Behandlungen für Sie infrage kommen und am sinnvollsten sind. Um diese Frage beantworten zu können, nehmen wir uns viel Zeit, um Sie kennenzulernen.

Zur Einschätzung Ihrer Situation berufen wir uns auf den Body-Mass-Index (BMI) und die EOSS-Skala (Edmonton Obesity Staging System). Beim BMI werden das Körpergewicht und die Körpergröße ins Verhältnis gesetzt. Das bedeutet, es wird berechnet, ob das Gewicht passend für die jeweilige Körpergröße ist. Ab einem BMI von 25 kg/m² spricht man von Übergewicht, über 30 von Adipositas. Nutzen Sie unseren BMI-Rechner um auch Ihren BMI zu berechnen. DIE EOSS-Skala ist ein weiteres System, um Übergewicht in Stufen/Stadien einzuteilen. Anders als beim BMI stehen hier nicht das Gewicht und die Körpergröße im Fokus. Die Einteilung erfolgt anhand des Vorhandenseins von Risikofaktoren und Erkrankungen sowie physischen und psychischen Beschwerden.

Wie die Grafik zeigt, liegt Stufe 0 auf der EOSS-Skala im grünen Bereich. Stufe 0 ist ein gesunder Mensche, der keine Beschwerden hat und dessen Risiko, aufgrund seines Gewichts zu erkranken, nicht erhöht ist.  Von Stufe 1 bis 4 zeigen sich zunehmend Beschwerden und Beeinträchtigungen im psychischen und physischen Bereich. Damit verbunden steigt das Risiko an Folgeerkrankungen zu erkranken. Am roten Ende der Skala steht schließlich ein Mensch mit Stufe 4, der bereits chronisch krank ist und mit gravierenden psychischen Symptomen und funktionellen Einschränkungen zu kämpfen hat.

Ob Stufe 0 oder 4 - für alle Patienten ist ein multimodales Basisprogramm aus Ernährungsumstellungen und Bewegungs- und Verhaltenstherapie sinnvoll. Doch bereits ab Stufe 2 können neben den konservativen Therapieformen auch chirurgische Maßnahmen notwendig sein, um gravierende Folgen des Übergewichtes einzudämmen. Bei Patienten, die Stufe 3 oder 4 erreicht haben, ist oftmals das Basisprogramm nicht mehr ausreichend und bariatrische Operationen werden wichtiger, um die bereits vorliegenden Einschränkungen und Erkrankungen zu behandeln und die Lebensqualität und Mobilität wiederherzustellen.

Maßgeblich sind für uns die weltweit gültigen evidenzbasierten Empfehlungen. Allerdings gelten in Deutschland deutlich strengere Voraussetzungen für adipositas-chirurgische Operationen als in anderen Ländern und die evidenzbasierten Empfehlungen werden nur unzureichend umgesetzt. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass in Deutschland trotz vorliegender

Indikation ein komplexes Antragsverfahren für eine bariatrische Operation durchlaufen werden muss.

Grundsätzlich orientieren wir uns daher an den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Diese sind an die neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst und werden stets aktuell gehalten. Sie können diese in den S3 Leitlinien zur Chirurgie der Adipositas nachlesen. Liegt, wie in der S3 Leitlinie festgeschrieben, ein BMI über 40 oder ein BMI über 35 mit Begleiterkrankungen vor, beraten wir Sie neben den konservativen Möglichkeiten auch über adipositas-chirurgische Operationen.