Ganzkörperakupunktur

Nach dem Verständnis der TCM werden die Körperfunktionen durch den ungehinderten Fluss von Energien (Qi) durch den Körper gesteuert.

Das `Qi’ fließt dabei auf bestimmten Energiebahnen (den Meridianen) durch den gesamten Körper. Auf diesen Bahnen liegen an der Hautoberfläche über 350 Akupunkturpunkte, über die der Energieverlauf und somit der Zustand des Organismus, beeinflusst werden kann.

Der Fluss der Energien kann sowohl durch äußere, als auch durch innere Faktoren beeinträchtigt werden. Es kann zu einem Ungleichgewicht in der Verteilung kommen. Dies kann sich in Fülle, Leere oder Stauung ausdrücken. Wir nehmen dies als Krankheitsgefühl, Schmerz, psychische oder organische Erkrankung wahr.

Der geschulte Akupunkteur und Therapeut kann das gestörte Gleichgewicht durch eine gezielte Punktauswahl wieder regulieren. Die Kunst besteht darin, das zugrunde liegende Muster zu erkennen, eine chinesische Diagnose zu stellen und eine geeignete Punktauswahl zu treffen. Hierbei werden Schmerzen gelindert, die Selbstheilungskräfte aktiviert und der Mensch in seiner Mitte stabilisiert.

Beim Einbringen der Nadel unter die Haut soll das so genannte `De Qi’ – Gefühl entstehen- ein dumpfes Ziehen, eventuell ein elektrisiertes Gefühl, oder Wärmeempfinden. Dies ist ein Qualitätszeichen für eine korrekte Nadellage und das Fließen von Energie. Nach Entfernen der Nadel verschwindet dieses Gefühl rasch wieder, es kann jedoch auch über die Behandlung hinaus noch andauern.

Nach der Akupunktur:

Positiv unterstützen können Sie die Akupunktur, indem Sie sich zu Hause noch ausruhen. Vermehrte Müdigkeit oder das Gefühl wie nach einer sportlichen Betätigung sind nicht ungewöhnlich. Die Behandlung ist auch eine von Ihnen geleistete Energiearbeit. Es ist aber genauso möglich, dass Sie sich fühlen, als würden Sie „vor Kraft strotzen“.

Ohrakupunktur

Ähnlich wie die einzelnen Körperabschnitte in verschiedenen Gehirnarealen repräsentiert sind, finden sich auf der Ohrmuschel der gesamte menschliche Körper wieder. Er ist dort wie ein auf dem Kopf stehender menschlicher Embryo abgebildet.

Für die Akupunktur verwendet man Ohrdauernadeln, kleine Pflaster mit Samenkörnern oder Magnetkügelchen. Dies macht die Methode vor allem auch für Kinder oder schmerzempfindsame Menschen gut verträglich.

Chinesische Schädelakupunktur

Dies ist eine Spezialform der Akupunktur. Sie beruht auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Hirnareale mit ihren unterschiedlichen Funktionen und deren Bezug zur Kopfschwarte. Insbesondere kann sie bei Spätschäden durch eine Schädel-Hirn-Verletzung oder auch den Folgen eines Schlaganfalles eingesetzt werden. Meist wird sie zusätzlich zur Körperakupunktur eingesetzt.

Elektroakupunktur

Dies ist eine spezielle Form der Akupunkturnadelstimulation. Bekannt ist analog zur TENS Behandlung (transkutane elektrische Nervenstimulation), dass bestimmte elektrische Frequenzen sich ausgezeichnet eignen auf das Schmerzempfinden einzuwirken. Die Stimulation bewirkt die Freisetzung körpereigener Botenstoffe z.B. von Endorphinen, den so genannten Glückshormonen.

Chinesische Heilkräutertherapie

Entsprechend Ihrer Chinesischen Syndromdiagnose kann, falls erforderlich, eine chinesische Heilkräuterrezeptur aus verschiedenen meist pflanzlichen oder mineralischen Inhaltsstoffen zusammengestellt werden. Diese sind zum Teil über jahrthunderte alte überlieferte Rezepturen, die in China als so genanntes „Dekokt“- also Abkochung eingenommen werden. Sie sind aber auch als Tabletten, Granulate oder alkoholische Auszüge erhältlich.

Wir arbeiten hier mit Firmen und Apotheken zusammen, die einen hohen Qualitätsstandard sichern können. Die hochwertigen Inhaltsstoffe werden hier in Deutschland auf Wirkstoff, Schwermetalle, Pestizide und mikrobiologische Belastungen getestet und unterliegen strengen Qualitätskontrollen.

Aku-Taping

Das Aku-Taping ist eine spezielle sanfte Akupunkturbehandlung, bei der elastische Tapes unter Vordehnung auf den betroffenen Meridian aufgebracht werden. Sie bestehen aus einem reinen Baumwollgewebe und zeichnen sich durch eine besonders gute Hautverträglichkeit aus. Bei nachfolgenden Bewegungen entsteht eine sanfte Stimulation der Hautschicht gegen das Bindegewebe und die Muskulatur. Die meisten Patienten empfinden eine sehr wohltuende Wärme, Lockerung der Muskulatur und ein gewisses „Schutzgefühl“.

Die Wirkungen sind:

  • Linderung von Schmerzen
  • Regulation des Muskeltonus
  • Regulation psychovegetativer Störungen
  • Immunmodulation
  • Abschwellung
  • Durchblutungsförderung

Das Aku-Taping ist vor wenigen Jahren in Deutschland als Weiterentwicklung aus dem Kinesio-Taping entstanden.

Da es auf dem Wissen der TCM beruht sind nicht nur Funktionsstörungen des Bewegungsapparates mit dieser Methode behandelbar, sondern eine Vielzahl anderer Störungen von Körper und Seele.

Gua Sha Massage

Dies ist eine Behandlungstechnik, die in ganz Asien verwendet wird.

`Gua’ bedeutet `reiben’ und `Sha’ ist ein Begriff, der Blutstauungen an der Körperoberfläche beschreibt. Mit einem speziellen Instrument , die in China aus Jade oder Horn gefertigt sind, es werden aber auch Münzen oder Löffel verwendet, wird in wiederholter Form gleichmäßig über die Haut gestrichen bis das Sha in Form kleiner, roter Blutunterlaufungen (Petechien) an die Oberfläche kommt. Innerhalb weniger Minuten blassen diese wieder ab. Das Sha verschwindet innerhalb von zwei bis vier Tagen zur Gänze. Farbe und Dauer bis zum vollständigen Verschwinden geben uns diagnostische und prognostische Hinweise.

Gua Sha bewegt gestautes Blut und fördert den Blutfluss zu Muskeln, Geweben und Organen. Der Patient verspürt eine unmittelbare positive Änderung von Steifheit, Schmerzen und Beweglichkeit häufig zusammen mit angenehmem Wärmeempfinden.

Es werden durch die Reibung Nährstoffe zu den Geweben getragen, Stoffwechselvorgänge angeregt und Körperflüssigkeiten bewegt. Da das Gua Sha die Körperoberfläche öffnet ahmt es Schwitzen nach und kann somit Fieber senken und akute grippale Infekte lösen.

Gua Sha kühlt überhitzte und wärmt fröstelnde Patienten, nährt geschwächte und entlastet in Fülle befindliche Patienten.

Es wird bei allen Arten von Schmerzen, Erkrankungen der oberen Atemwege oder des Verdauungstraktes und bei allen anderen Störungen, bei denen die Palpation (Tastbefund) für das Vorhandensein von Sha spricht angewendet.

Nach der Behandlung empfiehlt es sich ein Glas heißes Wasser oder Tee zu trinken und das behandelte Areal vor Wind- und Sonnenexposition bzw. plötzlichen Temperaturwechseln (z.B. Sauna) zu schützen

Schröpftherapie

Geschröpft wird mittels Schröpfgläsern oder Schröpfköpfen aus Bambus, die unter Sog auf die Haut aufgesetzt werden. Sie bewirken dadurch eine Förderung der Durchblutung, Muskellockerung und Stoffwechselaktivierung. Über den Akupunkturpunkten angewendet ist nach chinesischer Sicht eine Regulierung der Energie möglich.

Unter der Schröpftherapie entsteht bei richtiger Anwendung durch das Vakuum ein Sog, der sich in erwünschten und unschädlichen Blutergüssen zeigt. Diese verschwinden nach wenigen Tagen von selbst.

Moxibustion

Die Moxibustion ist eine spezielle Form der Wärmebehandlung. Im Laufe der Geschichte haben die Chinesen verschiedenste Kräuter entzündet und ihre Wirkung auf den Körper erkundet. Das Beifußkraut (Artemisia vulgaris) hat sich hierbei als besonders tiefenwirksam herausgestellt.

Es gibt Moxawolle, die in Wärmekistchen abgebrannt wird und auf größeren Arealen, wie dem Bauch oder dem Rücken, angewendet wird.

Daneben kann man aber auch über Kegelaufsätze für Akupunkturnadeln, oder Moxazigarren spezifische Punkte gezielt erwärmen. Die Wärme fördert die Qi und Blutzirkulation, löst Stauungs- und Schwellungszustände und wirkt besonders bei Leere und Kältesyndromen durch die entstehende Tiefenwärme kräftigend und wohltuend.

Es löst alle Arten von Schmerzen die mit Krämpfen und Kältegefühl einhergehen und wird deshalb besonders bei Verdauungsbeschwerden, Menstruations- störungen und bestimmten Schmerzen des Bewegungsapparates wirksam eingesetzt.

Ernährungsberatung nach TCM

„Heute schon warm gegessen?“ – So begrüßen sich Chinesen, wenn sie sich auf der Straße treffen – ähnlich wie unser „Wie geht´s?“. Dies macht den hohen Stellenwert der Ernährung deutlich.

Sie ist ein weiterer wichtiger Aspekt für ein gesundes, langes Leben.

„Du bist, was du isst“ ist auch ein bei uns bekannter Ausspruch und birgt mehr Wahrheit, als wir uns manchmal eingestehen möchten.

Und Ernährung ist immer auch ein bisschen Medizin, denn auch wir verwenden in unserer Küche Kräuter, die heilende Wirkung haben z.B. Salbei, Rosmarin etc. ähnlich den Chinesen, die auch ihre Gerichte bei Krankheit mit Heilkräutern ergänzen.

Zunehmend spielt bei uns eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Lebensmitteln eine Rolle.

Wichtig in der Betrachtung der Lebensmittel ist wie viel „Qi“- also Lebensenergie sie uns zuführen können. Je frischer, unverfälschter und ausgewogener unsere Ernährung ist, desto mehr Energie und Kraft erhalten wir.

Neben der westlichen Betrachtung einer ausgeglichenen Ernährung, haben die Chinesen noch das energetische Verhalten von Nahrungsmitteln, das heißt ob es „Heiß“ oder „Kalt“ ist, in den Blick gerückt. Hiermit ist nicht gemeint ob ein Lebensmittel gerade aus dem Ofen kommt oder aus der Tiefkühltruhe, sondern welche Wirkung es im Körper entfaltet.

Ein einfaches Beispiel ist die Chilischote. Auch im „kalten“ Zustand bringt sie uns nach dem Genuss zum Schwitzen, der Mund brennt wie Feuer und uns wird es richtig warm.

Anhand dieser energetischen Wirkung im Körper und Zuordnung der verschiedenen Geschmäcker zu den fünf Wandlungsphasen ist eine umfassende Einteilung der Lebensmittel entstanden, die sich mit Leichtigkeit auch auf unsere übertragen lassen.

Die Ernährungsberatung nach TCM erfolgt auf Basis der zuvor gestellten ärztlichen Diagnose. Auch über die Nahrung kann also der Qi-Fluss reguliert werden der Heilprozess unterstützt werden.

Sollte die Ernährungsberatung zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden, sind wiederholte begleitende Beratungen sinnvoll.

Tuina Massage

In China ist diese Art der Massagetechnik, die ungefähr 20 verschiedene Manipulationen kennt. Auch hier ist das Ziel die Regulation des Qi Flusses.

Für die Massage wird der Körper durch ein Baumwolltuch bedeckt, um die Haut durch die meist sehr kraftvollen Grifftechniken nicht zu irritieren.

Sie wird vor allem bei orthopädischen und neurologischen Erkrankungen, aber auch bei psychovegetativen Beschwerdebildern eingesetzt. In Deutschland wird die Tuina-Massage durch speziell weitergebildete Therapeuten (meist Physiotherapeuten) ausgeführt, in China von entsprechenden Ärzten.

Basis für die Massage ist die vorher durch den Arzt gestellte Chinesische Diagnose bzw. das Disharmoniemuster.

Qi Gong

Übersetzt heißt „Qi Gong“ soviel wie „das Qi- die Lebensenergie beüben“.

Es gibt verschiedene Arten der Übung, die einen haben mehr meditativen Charakter, andere sind mehr an Bewegungen orientiert. Über den Weg von Atemübungen, Bewegung und Imagination wird der Fluss der Lebensenergie harmonisiert. Körper, Seele und Geist werden ausgeglichen, entspannt und gestärkt.

Diese Methode ist vor allem auch für stark geschwächte Patienten geeignet.

Taiji Quan

Das Taiji oder bei uns bekannt unter „Schattenboxen“, was dem Ursprung nahe kommt, denn Taiji ist aus den Kampfsportarten hervorgegangen, besteht aus Schrittfolgen und Bewegungsabläufen, die die Koordination und Geschmeidigkeit fördern. Die Ausführung ist langsam, fließend und ruhig. Die Bewegungen imitieren Tiere z.B. Tiger, Kranich, Hirsch, Bär oder Affe und sollten zunächst als Vorbereitung auf einen Kampf geübt werden. Durch beständiges Üben werden Körper und Geist geschult, insbesondere auch die Koordination und Balance gestärkt und die Gesundheit gefördert. Taiji kann in jedem Lebensalter ausgeübt werden und erfordert keine großen Kraftanstrengungen. Es eignet sich speziell auch für ältere Menschen, verbessert die Herz-Kreislauffunktion und die Lebensqualität.

In China ist Taiji wie Qi Gong weit verbreitet und wird zur Gesunderhaltung morgens in Parks und Gärten geübt.